Ziel
Du verstehst, warum der TI-59 sich manchmal träge anfühlt, und nutzt sein Verhalten beim Programmieren.
Takt
Der Prozessor des TI-59 läuft mit 455 kHz. Ein Befehl braucht 32 Takte, das sind rund 14 200 Befehle pro Sekunde. Gerechnet wird ziffernweise im BCD-Format, Ziffer für Ziffer durch das Rechenwerk; eine Multiplikation oder ein sin besteht deshalb aus Hunderten bis Tausenden von Befehlen. Daher kommt die spürbare Rechenzeit: Die Schleife aus Lektion 3.3 braucht für n = 100 einige Sekunden, ein Zug der Mondlandung gut zehn.
Programmierfolgerungen:
- Ein Sprung zu einem Label muss gesucht werden, ein Sprung zu einer Adresse nicht (Lektion 3.1).
- Rechnungen außerhalb einer Schleife vorziehen.
Pausekostet Zeit; im fertigen Programm nur dort, wo man etwas sehen soll.
Tastatur
Die Tasten sind eine Matrix aus Reihen und Spalten – daher die Codes aus Lektion 6.1. Die Firmware fragt die Matrix in einer Schleife ab, wenn sie auf eine Eingabe wartet. Läuft ein Programm, schaut sie nur an bestimmten Stellen nach, ob R/S gedrückt ist.
Am deutlichsten wird das beim Listen: Während der Drucker eine Zeile schreibt, wartet die Firmware, bis er fertig ist, und prüft die Tastatur nur zwischen zwei Zeilen. Wir haben das am emulierten Rechner gemessen:
R/S gedrückt | Ergebnis |
|---|---|
| 0,1 s | wird übersehen, das Listing läuft bis Schritt 479 durch |
| 0,4 s | das Listing hält nach der laufenden Zeile an |
Am echten Gerät heißt das: Beim Listen R/S kurz festhalten, nicht nur antippen.
Anzeige
Die Anzeige hat zwölf Stellen, die nicht gleichzeitig leuchten, sondern nacheinander angesteuert werden (Multiplex) – schnell genug, dass das Auge alle sieht. Ein Fehler (Division durch 0, ein Sprung zu einem fehlenden Label) lässt die Anzeige blinken; der Wert bleibt erhalten, CLR beendet das Blinken. Die Mondlandung nutzt genau das als Spielende (Lektion 5.1).
Karte
Wird eine Karte eingeschoben, liest die Firmware sie nur, wenn die Anzeige leer ist. Steht noch eine Zahl da, blinkt die Anzeige, und das Programm bleibt unverändert – deshalb CLR vor dem Lesen (Lektion 4.3). Nach dem Lesen zeigt die Anzeige die Banknummer.
Drucker
Der PC-100C druckt 20 Zeichen pro Zeile aus einem Satz von 64 Zeichen, gemessen rund drei Zeilen pro Sekunde. Ein Listing druckt jede Zeile als Schrittnummer, Code und Kürzel, zum Beispiel 002 72 ST* für STO Ind. Mit TRACE am Drucker druckt der TI-59 bei laufendem Programm jede ausgeführte Operation mit dem Wert, der dabei in der Anzeige steht – das beste Werkzeug, um einem Programm beim Arbeiten zuzusehen. So beginnt der Ausdruck der Summenschleife für 3 A:
3. STO
0
3.
0. STO
1
0.
0. RCL
0
3.
3. SUM
1
3.
3. DSZ
0
C
3. RCL
0
2.
Links steht der Wert, rechts die Operation; Operanden wie die Speichernummer 0 oder das Sprungziel C stehen auf einer eigenen Zeile. Man sieht den Zähler von 3 über 2 auf 1 sinken.

Üben
- Miss mit der Uhr, wie lange
100 Ain der Summenschleife braucht. Wie viele Schleifendurchläufe pro Sekunde sind das? - Starte ein Listing und halte es einmal mit kurzem, einmal mit längerem
R/San.
Probe
Lasse die Summenschleife mit eingeschaltetem TRACE für n = 3 laufen und ordne jede gedruckte Zeile einem Programmschritt zu.
Rückblick
455 kHz, rund 14 200 Befehle pro Sekunde, Tastatur nur an bestimmten Stellen, Anzeige im Multiplex, CLR vor dem Kartenlesen, drei Druckzeilen pro Sekunde, TRACE zum Zusehen.
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